DUIY?

„DU it yourself!“ ist keine geschlossene Gruppe, sondern ein offener Kreis von Leuten, die in unserer Stadt [Duisburg] aktiv werden, um hier Veränderungen herbeizuführen und Räume für Kunst, Kultur und Politik zu schaffen. [mehr]

Nachttanzdemo 2013: Rede

Wir dokumentieren hier die Rede der Kampagne „DU it yourself“ die am 6. September 2013 auf der 3. Nachttanzdemo in Duisburg gehalten wurde:

Einen schönen guten Abend alle zusammen,
Zum dritten Mal veranstalten Wir von “Du it yourself” jetzt schon eine Nachttanzdemo in Duisburg.
Und auch diesmal machen wir es nicht zum Spaß, sondern demonstrieren damit für ein soziokulturelles Zentrum.
Wieder wollen wir damit ganz konkret unserer Forderung an die Verantwortlichen der Stadt Nachdruck verleihen:
“Gebt uns einen Raum für ein Zentrum, ihr habt genug leerstehende Gebäude!”

Heute wollen wir aber nicht nur an die Verantwortlichen der Stadt eine Forderung stellen sondern auch an euch alle.
“Bringt euch ein, werdet aktiv, DU it yourself!”

Aber der Reihe nach…

In dieser Stadt, die mit dem legendären Eschhaus, der Fabrik und dem T5 sogar eine gewisse Tradition in Sachen soziokultureller Freiräume hat, fehlt nun schon seit vielen Jahren ein solcher ein Ort. Ein Ort an dem Menschen die Möglichkeit haben, gemeinsam selbstverwaltet und unkommerziell kulturelle, soziale und politische Aktivitäten zu entwickeln oder auch einfach nur ihre Freizeit zu verbringen.
Der Verein Mustermensch e.V. verfolgt das Ziel eines solchen Zentrums schon seit Jahren.
2008/09 gab es dann das T5, das zwar nur 9 Monate existierte, aber gezeigt hat, dass so etwas funktioniert und von den Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Interessen angenommen und gebraucht wird.
Aber trotz zäher Verhandlungen mit der Stadt gelang es danach nie, ein geeignetes Gebäude zu finden oder von der Stadt zur Verfügung gestellt zu bekommen. Das ist bei dem vielen Leerstand in Duisburg nicht nachvollziehbar. Viele leerstehende Gebäude stehen unter städtischer Verwaltung und die Stadtverwaltung wollte sie bisher offensichtlich lieber dem Verfall preisgegeben, als sie für eine sinnvolle Nutzung zu öffnen.
Und nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Wir wollen kein Geld von der Stadt, das sie bekanntlich nicht hat.

Wir meinen allerdings, dass es dieser Stadt möglich sein muss, einen Raum zur Verfügung zu stellen, der als soziokulturelles Zentrum genutzt werden kann. Alles weitere – und das haben nicht zuletzt die Erfahrungen mit der Verwaltung und Bespielung des T5 gezeigt – kann sehr wohl auf ehrenamtlicher Basis und damit ohne Kosten für die Stadt organisiert werden.
In einer solchen Situation müsste sich eine Stadtverwahltung Gedanken machen, welche Möglichkeiten der Zwischen- oder Umnutzung von leerstehenden Gebäuden bestehen.
Denn mal ehrlich, ist uns nicht allen klar, dass dieser Stadt und ihren BewohnerInnen damit mehr geholfen wäre, als die leerstehenden Häuser verrotten und verfallen zu lassen und ewig auf etwaige Investoren zu hoffen!
Ist es nicht idiotisch, dem Potential einer Stadt nicht die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten, wenn es dazu so wenig bedarf?!

Ganz aktuell haben wir als Kampagnengruppe mal wieder den Kontakt zur Stadt gesucht und mit dem neuen Kulturdezernenten Thomas Krützberg auch jemanden mit offenen Ohren gefunden. Von seiner Seite gibt es die Zusage, uns bei der Suche nach einem Gebäude aktiv zu unterstützen und im Oktober möchte er sich mit uns schon mal ein paar Gebäude anschauen.
Wir nehmen ihn beim Wort! Und nicht zuletzt deshalb sind wir heute hier und machen auch im dritten Jahr in Folge eine Nachttanzdemo: Wir wollen zeigen, dass Duisburg so ein Zentrum braucht!

Aber warum Nachttanzdemos? Ist das vielleicht doch nur eine getarnte Party? Hoffentlich nicht!
Denn klar, wir wollen keine langweilige Latsch-Demo, sondern wollen Politik und Kultur verbinden – und deshalb also eine Nachttanzdemo!

Allerdings ist der Kreis der Aktiven, die Kampagne und Organisation der Demo tragen in den letzten Jahren nicht unbedingt größer geworden. Das widerspricht der Idee von DU it yourself. Wir möchten nicht für andere organisieren, sondern wir wollen alle zusammen etwas bewegen.
Wir wollen keine jährliche Straßenparty, die zwar viel Zuspruch erfährt, aber über den Abend hinaus nichts verändert und uns den eigentlichen Zielen kein bisschen näher bringt.
Darum möchten wir an dieser Stelle mit der Aufforderung an euch schließen, die bereits am Anfang dieser Rede und auch am Anfang der gesamten Kampagne stand:
DU it yourself! Wartet nicht auf Veränderungen, sondern fangt selbst an, euch zu bewegen!
Ihr werdet sehen: da geht noch mehr! Holen wir uns die Stadt zurück!
Raus aus der Passivität – Freiräume erkennen und nutzen!

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