DUIY?

„DU it yourself!“ ist keine geschlossene Gruppe, sondern ein offener Kreis von Leuten, die in unserer Stadt [Duisburg] aktiv werden, um hier Veränderungen herbeizuführen und Räume für Kunst, Kultur und Politik zu schaffen. [mehr]

Aufruf

Die Stadt steht still – die Strasse bewegt sich

Am 30. April 2011 fand die erste Duisburger Nachttanzdemo statt. Über 600 TeilnehmerInnen forderten die Schaffung eines unabhängigen Jugend- und Kulturzentrums. Das war der Auftakt einer Kampagne für soziale und kulturelle Freiräume in Duisburg. Seitdem fanden von Initiativen wie „DU-It-Yourself!“ und anderen zahlreiche Flashmobs, Parties und Diskussionsveranstaltungen mit der gleichen Forderung statt: Mehr Freiraum für unkommerzielle Kultur in Duisburg.

Stadt Duisburg gegen Leerstandsbelebung

Als vorläufiger Höhepunkt der Kampagne kann die Besetzung einer leerstehenden Hauptschule in Duisburg-Laar gelten. Am 3. Dezember 2011 wurde in stundenlanger Arbeit das verwahrloste Gebäude wieder in Stand gesetzt. Eine ganze Aktionswoche gegen ungenutzten Leerstand, mit einem vielfältigen kulturellen und politischen Programm war geplant. Doch noch am selben Abend tauchte eine Polizeihundertschaft in Begleitung von Uwe Rohde als Vertreter der Stadtverwaltung auf und erzwang eine „freiwillige“ Räumung. In Anbetracht der Bedrohung durch eine sehr aggressiv auftretende Polizeihundertschaft verließen die BesetzerInnen das Gebäude. Seitdem steht die ungenutzte Schule wieder leer. Einer Diskussion ging Uwe Rohde an dem Abend mit Hilfe der Polizei aus dem Weg. Das von ihm in Aussicht gestellte Gespräch hat – trotz zahlreicher Anfragen von Seiten der BesetzerInnen – bisher nicht stattgefunden…

Duisburg abreißen?

Duisburg ist eine schrumpfende Stadt. Während in Bruckhausen erhebliche Teile des Stadtteils für einen Grüngürtel abgerissen werden, soll in Obermarxloh die ganze Wohnsiedlung am Zinkhüttenplatz Parkplätzen für ein Einkauszentrum weichen. Und auch die unabhängige Kulturszene findet in der Stadtplanung keinerlei Beachtung. Dabei sind selbstverwaltete Jugendzentren und eine lebendige Kulturszene gerade in einer Stadt wie Duisburg nicht nur notwendig, sondern auch besonders günstig zu haben. Nicht nur in Duisburg-Laar gibt es Leerstand, der genutzt werden könnte, selbst mitten in der Innenstadt stehen reihenweise geeignete Immobilien leer. Statt diesen ungenutzten Raum Stadtteilinitativen, kulturellen und politischen Gruppen zur Verfügung zu stellen, arbeitet die Stadt emsig an noch mehr teuren Kaufhäusern und anderen „Leuchtturmprojekten.“ Der Mensch ist aber ein soziales Wesen und braucht, um sich in seiner Stadt wohl zu fühlen, mehr als nur Arbeitsplätze und Konsumangebote. Er braucht die Möglichkeit, zusammen mit anderen Menschen seine Stadt zu gestalten.

Es hat sich nichts geändert – Es ändert sich nichts?!

Mit der zweiten Nachttanzdemo wollen wir für ein paar Stunden den Platz zurückerobern, der uns im öffentlichen Raum zusteht. Wir wollen erneut zeigen: Es gibt in Duisburg einen großen Bedarf an Freiräumen für soziale Projekte und bezahlbare Freizeitangebote. Duisburg braucht ein selbstverwaltetes sozio-kulturelles Zentrum und ein grundlegendes Umdenken bei den Behörden der Stadt. Kultur braucht keinen Manager, sondern Raum zum Wachsen.

Für basisdemokratische Selbstorganisation!
Für gegenseitige Hilfe!
Für eine lebendige Stadt!